Samstag, 21. November 2015

Gnatrumkriblo | Leselernspiel mit Printable


Es ist Mamstag im Wonnieland
und eigentlich wollte ich (Mel) mit Weihnachtlichem aufwarten
um dieses Thema blogtechnisch mal abzuhaken.
Die Jahresrückblicke lasse ich wie immer aus,
weil ich lieber vorausschauend lebe
und kann mich dann gleich der Osternummer hingeben...
*frechgrins*


Allerdings sah ich mich akut nach gestrigem Gespräch
mit der Grundschullehrkraft gezwungen
in Sachen Lesen und Schreiben selbst aktiv zu werden.

Daß der Sproß mit geschundenem Arm und Zustand nach Krankenhauspfusch
nicht so richtig gut mit dem Stift ist verwundert mich nicht,
allerdings mußte ich kürzlich irritiert feststellen,
daß auch das Lesen nicht wirklich funktioniert.
Zumindest nicht so wie es bei einem Zweitkläßler sein sollte.
Also so nach meiner laienhaften Einschätzung.

Ich gebe offen zu, ich stehe auf Kriegsfuß mit unseren Lehrmethoden -
hat doch der Anlautscheiß mir bereits ein Legasthenikerkind beschert.
Also dann endlich nach der dritten Testung,
weil es ja doch schwer erklärbar war wie es denn sein konnte,
daß ein Kind mit überdurchschnittlicher kognitiver Leistungsfähigkeit
(nicht von der Mutter eingebildet, sondern geprüft und verbrieft)
so ungefähr überhaupt nichts von Orthographie hielt und hält...
Aber das nur am Rande.

Ich habe da definitiv versagt,
denn ich war dumm genug mich mehrfach von Menschen einlullen zu lassen,
die dazu eigentlich nicht hätten befähigt werden sollen.
Wir versuchen derzeit das aufzuarbeiten.
Glücklicherweise können wir uns in der Masse ganz gut verstecken,
denn mein großes Kind ist nicht das einzige Opfer des Schulsystems...

 Aber wie gesagt, das zu ändern liegt gerade nicht in meiner Macht.
Allerdings kann ich vielleicht mit dem Kinde trainieren
und zwar am besten so, daß es Spaß macht.
Da fiel mir ein, wie einst Großmutter selig mit mir Dinge übte,
nämlich gerne unter Zuhilfenahme eines ganz seltsamen Mittels:
Quatsch!
Und Omas Methoden waren definitiv nicht immer verkehrt...

Vieles gestaltet sich ungleich einfacher,
wenn man es gar nicht so bierernst nimmt.
Lachen lernt so viel besser als Angst vor dem Fehler.
Also bastelte ich Kärtchen mit Silben 
oder ähnlich anmutenden Buchstabengebilden 
zum Zwecke des Lesenlernens.


Und man kann so viele Varianten damit spielen!!

Als erstes haben wir die Karten einzeln gelesen.
Das ging glücklicherweise ganz gut...
*schweißvonderstirnwisch*

Danach legten wir längere Wörter.
Erst zwei, dann drei Kärtchen.
Plau-me-plo-sti-bra!!
Dazu überlegten wir uns, was das denn wohl sein könnte -
außerirdische Tierarten oder vielleicht etwas Essbares...
Unser Gegacker lockte dann auch das große Kind in den Keller.
Demnächst 13, erste Mackerallüren, gerne digital unterwegs.
Und es verlangte der fast-Teen mitzuspielen!!

Für ihn habe ich das Spiel etwas modofiziert:


Wir haben die Karten verdeckt ausgelegt.
Einige Kärtchen werden vorher markiert und sind damit Endkarten.
Jeder zieht abwechselnd eine Karte -
das längere Wort gewinnt.
Man könnte für noch mehr Spieler weitere Farbkarten dazu nehmen.
Rot wäre beispielsweise die "ziehe-nochmal-Karte"
und bei Blau zählt eine Karte zwei Punkte statt einem.
Mit Aufschreiben und so.

Oder für Kleine wäre es eine Option, sinnvolle Worte zu finden.
Eine Art Silben-Scrabble?
Möglichkeiten gibt es doch ohne Ende...


Das Gute an diesen Quatschwörtern ist,
daß man wirklich hinsehen muß.
Die ersten drei Lettern sehen und den Rest raten ist nicht.

Ob ich damit allen Schulwahnsinn kompensieren kann
sei an dieser Stelle mal dahin gestellt
aber ich denke, wir haben eine Möglichkeit zum Üben gefunden
die einfach Spaß macht.

Wer mag, der kann sich gerne die folgenden Bilder ausdrucken
und es auch mal versuchen -
schaden wird es ganz sicher nicht!!




Ich wünsche viel Spaß beim Lesen-Lernen-Lachen!!
Und falls jemand jemanden kennt, 
der das mit seinem Spiele-Verlag ernsthaft vertreiben mag,
bin ich sicher gewillt Omas Erbe zu verkaufen...
;-)


Habt ein schönes Restwochenende!




Kommentare:

  1. Neinneinnein, ich will bei unserem nächsten Treffen (oder gar hier) nicht über Leselernmethoden mit dir diskutieren... (Aber der Spiegelartikel ist einfach scheiße. Echt.) Nichtsdestotrotz gibt es in jedem Beruf solche und solche. Das ist wohl nicht zu vermeiden. Leider.
    Dein Spiel ist jedenfalls superklasse und WENN ich einen Lehrmittelverlag hätte, würde ich es für dich vertreiben, du beste aller Mütter! Und mit einem beschwingten bla-flu-lä-fong schicke ich Grüße und Küsse!
    Heidi

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    1. Ach, Du Liebe!!
      Es ist ja auch immer abhängig von der persönlichen Erfahrung. Das was in unserer Grundschule hier vor Ort abgeht grenzt für mich an Körperverletzung und ist dem im Artikel beschriebenen Phänomen 110% konguent... Leider. Es ist unterirdisch!
      Doch die Brut zu Dir zu schaffen paßt morgens irgendwie nicht in meinen Zeitplan? *schlapplach*
      Fühl Dich geherzt!!
      <3

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  2. Super Spiel! Das Thema der Lehrmethoden in der Schule könnte ich auch stundenlang diskutieren, meiner Großen hat es zum Glück nicht geschadet, sie macht ihrer Legastheniker-Mutter (!) in Punkte Rechtschreibung noch was vor! Wenn die Lehrer fähig wären, ihre Schüler individuell zu fördern, würden viele Methoden besser funktionieren .....
    Bin dann mal drucken <3
    LG Barbara

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    1. Naja, der Ur-Legsatheniker hier im Haus ist der Lieblingsgatte. Trotz meines Wissens um seine Lingualbehinderung habe ich den geehelicht - manches wiegt in der Schulzeit einfach auch schwerer als im echten Leben... ;-)
      Daß wir hier Gymnasialklassen haben, in denen bis zu einem Drittel Rechtschreibschwache Schüler als normal gelten finde ich persönlich ehrlich gesagt alarmierend. Vermutlich bin ich einfach nicht pädagogisch wertvoll. Shit happens - wir machen dann jetzt mal Klosamtrofal. Oder sowas... *gröhl*
      GLG!!

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  3. ...mmmmmhh, Plau-me-plo-sti-bra von Oma selig... Das klingt verdammt lecker. Ella kann das ja noch nicht lesen, ich warte also demnach noch mit ausrasten, öhm, ausdrucken? Mit dem Anlautufo dauert das ja Stunden und die akustischen Buchstaben alle auf den kleinen Kärtchen zu ergänzen, sprengt einfach den Rahmen eines normalen 2 Tages Wochenendes. Hiermit erbitte ich quasi für Erstklässer ergänzend das Auslautufo. Vielleicht kann man wie in Mathe seit Abermillionen von Jahren einfach die frei erfundenen Buchstaben wieder wegkürzen? Ach, vegan. Ich nummeriere die Buchstaben einfach, dann klappt das. *wink* Und wenn nicht, können wir die Silben ja auch noch singen.

    <3 <3 <3

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    1. Schmeiß das Anlautufo in Erdumlaufbahn - das wirt auch gleich abschreckend auf eventuell invasiv gepolte Alienformationen... ;-)
      Wenn singen nicht hilft, wäre Tanzen vielleicht noch eine Idee. Es soll ja Leute geben, die dergestalt Namen buchstabieren können. Das ganze bei Youtube zu prominenter Sendezeit und die Sorge um zukünftigen Unterhaltserwerb verpufft ganz fix, ich bin sicher!
      Anlaute mal "Halleluja!" ohne Dich dabei wegzuschmeißen - es hat auch was Lustiges...
      DDD
      <3

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    2. WIRKT
      Wirt war in dieser Sekunde ein freudsches Ding... *magenknurr*

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    3. *kaputtlach* Beim H von Halleluja stoße ich allerdings eine Menge Methan aus...oder wie hieß dat Zeusch??? :D

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  4. Ich bin so froh und glücklich, das ich heutzutage nicht mehr in die Schule gehen muss!!! Wenn man als Eltern nicht dahinter steht und zu Hause das macht, was eigentlich Aufgabe der Schule ist, ist es um's Kind schlecht bestellt. Wir haben keine Probleme mit unserem Sprößling, aber die Art und Weise wie Wissen vermittelt wird, ist schon bedauernswert!!
    Das Spiel würde Söhnchen definitiv gefallen. Er hat ein Buch, das heißt: "Der Wechselstabenverbuchsler". Das liebt er immer noch und beäumelt sich, was durch das Vertauschen der Selbstlaute aus den Wörtern wird. Wäre sicherlich auch was für Deine Kids!!
    Grüßle Gundi

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