Samstag, 2. Januar 2016

Eine einfache Anleitung zum mehr-Zeit-haben


Frohes Neues, Ihr Lieben!
Und willkommen zum ersten Mamstag in diesem Jahr,
heißt:
Mel postet bei Wonnie.
Endlich mal wieder!
<3

Vermutlich ist das im allgemeinen Weihnachtswahnsinn
sowieso niemandem wirklich aufgefallen
(also, falls jemand dachte, die kreativsüchtige Brillenschlange gäbe hier mal Ruhe - Sorry...)
aber ich mußte mal vorübergehend den Stecker ziehen!!
Multimediale Pause machen.
Und das war super.
Und nötig!!

Zum Ende des letzten Jahres hatte ich einen Zustand erreicht
in dem ich nur noch damit beschäftigt war
mir selber hinterher zu hecheln.
Hier noch ein Projekt, da der familiäre Terminterror
und der Kopf voller Ideen, die nur noch halbherzig oder zur Hälfte umgesetzt wurden.
Dazu der Information-Overkill zur besonders festlichen Festlickeit,
gerne drei- bis vierfach auf allen Kanälen...
Ganz ehrlich, noch eine Ankündigung für den nächsten
besonders besonderen Blog-Adventskalender
und ich wäre schreiend duch die Gegend gerannt!!!!


Vielleicht werde ich alt oder sowas
aber mir ist das alles zu viel.
Vor allem zu viel Schein und zu wenig Sein.
Zeit, mal nachzudenken...

Meine Mama hatte das Gefühl, daß ich mir vielleicht zu viel vornehme.
Aber das glaube ich nicht,
denn eigentlich sage ich nur Termine zu oder übernehme Aufgaben
von denen ich weiß, daß ich sie schaffen kann.
Ich habe hier drei Kinder, eins davon mit Pflegebedarf,
da habe ich keine Zeit für Experimente.

Schließlich bin ich zu dem Schluß gekommen,
daß meine to-do-Liste vom Zeitaufwand her locker  
mit meinem Terminplan kompatibel sein sollte?
Was war also das Problem?

Nach einem Monat mit wirklich vielen Pflichtveranstaltungen
und zeitintensiven Aufgaben zusätzlich zum Festtagsgetümmel
und das völlig relaxed und streßfrei
kann ich dazu sagen:
ICH war das Problem.

Ich habe mich ablenken lassen.
Von dem was ich tun will.
Von dem was mir wichtig ist.
Ich weiß nicht mal wirklich wie das passiert ist,
es war ganz plötzlich so.

Ich wollte gerne einen schönen Dezember mit Zeit für meine Kinder,
denn das ist, was Weihnachten für mich ist.
Nicht das durchturnen von 27 Keksrezepten
(wir haben zwei Bleche häßlich-bunte Mürbekekse produziert, und das war perfekt!),
nicht das Schreiben von 100 Weihnachtskarten,
nicht das penetrante Präsentieren der tollsten, aufwändigsten Deko.
Und auch nicht die 235 wirklich reizvollen Gewinnspiele,
das Verzehren von Lebensmitteln, die ich überhaupt nicht vertrage
und auch nicht das Glühweintrinken mit Leuten,
die ich genau einmal im Jahr nur zu diesem Anlaß sehe.

Wenn man sich nicht ständig ablenken läßt,
ist das auch überhaupt gar kein Problem!!
Dabei geht es mir gar nicht darum, das Tollste oder Glitzernste zu haben
(ok, das mit dem Glitzer war jetzt gelogen),
aber diese ungebremste Informationsflut via FB und Co
sorgt dafür, daß ich schnell-mal-eben-noch tausend Sachen machen möchte,
die ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte
und OHNE die es auch gut gehen würde.
Was es ja auch tat in diesem Jahr.
Ich werde das von nun an wohl immer so machen.

Auch Weihnachten selber war diesmal anders.
Ich wünschte mir Kinder, die Zeit hatten mit ihren Geschenken zu spielen.
Bescherung am Abend ist doch eigentlich total bekloppt -
alle sind aufgedreht, Papa muß die Kleinen ruhig halten
während Mama alles besonders gemütlich herrichtet
(Mensch, Dickielein...)
und wenn das Wohnzimmer Papierüberflutet daliegt
ist es eigentlich Zeit ins Bett zu gehen.

Das hat dann dazu geführt, daß wir im Schlafanzug unterm Baum saßen.
Zum Frühstück ein Sektchen in der Hand
und alle waren so entspannt, daß der Gatte mit den mobilen Kindern
später spontan noch in die Kirche gegangen ist,
wofür die letzten beiden Jahre überhaupt gar keine Zeit war
vor lauter Festlichkeit!!
Geil, oder?

Dazu kommt, daß Weihnachten uns als Familie gehört.
Es ist kein ich-muß-alles-offen-teilen-Event.
Jedenfalls nicht für mich.
Nicht mehr.
(aber ein Minialbum vom Geschenkeauspacken gibt es hier heute trotzdem)

Also, die Quintessenz von alledem ist:
Man muß sich ab und zu mal Zeit nehmen um Zeit zu haben.
Und um sich selber mal wieder auf Kurs zu bringen.

Und ein bißchen Ehrlichkeit ist auch nicht schlecht,
denn offensichtlich verdödel ich viel mehr Zeit damit virtuelle Kontakte zu pflegen
als mir das so bewußt war.
Das wird jetzt zukünftig alles etwas dosierter stattfinden.
;-)

Und wenn das alles nicht helfen sollte,
weil es auch mit den besten Vorsätzen immer diese Tage gibt,
die eben doch einfach viel zu kurz sind:


 Wie heißt es so schön:
Es gibt nichts Gutes außer man tut es!!



 Praktisch ja auch, wenn man den richtigen Stempel zur Hand hat.
:-)))


 In diesem Sinne:
2016 liegt vor uns - ich mach was draus!
*tschakka*



Kommentare:

  1. Lieben Dank für diese ehrlichen Worte. Wenn ich an dieses Weihnachten zurück denke, haben wir es ganz ähnlich gemacht. Obwohl man ja von allen die perfekte Adventszeit vorgemacht bekommt, haben wir uns gegen den Weihnachtsbaum und gegen das Plätzchen Backen entschieden. Der Baum wäre nur zum Spielzeug für die Katzen geworden, wie in den letzten Jahren auch schon. Die Plätzchen schmeckten irgendwie ja nur vor dem Backen und würden im Januar wieder in der Tonne landen... Das waren zwei Punkte, die uns nicht nur Zeit, sondern auch Nerven gekostet hätten... Und siehe da - KEIN MENSCHEN hat gefragt, ob wir einen Baum haben oder schon Plätzchen gebacken hatten. :)
    Ich wünsche dir einen guten Start in das neue Jahr. Liebe grüße, caro

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    1. Huhu Caro!
      Ich denke, Weihnachten war für mich nur die Übung - jetzt im neuen Jahr geht´s ans Eingemachte. Gelegentlich eine fest eingeplante netzfreie Zeit + mehr von dem was ich selber wirklich will und weniger von dem was ich denke was Andere von mir erwarten. Ich möchte das zur Routine machen und ich glaube auch, daß ich das schaffe. Back to me sozusagen! :-)
      GLG!!

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  2. Du bringst es auf den Punkt :)
    Einige Sachen habe ich in diesem Jahr auch sausen lassen und nur das umgesetzt wo ich selbst auch Freude dran hatte. War immer noch genug *lach*
    Das mit der morgendlichen Bescherung finde ich toll <3 Da habe ich früher vergeblich drum gebettelt :D Glg Anja

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    1. Die morgendliche Bescherung ist letztendlich deshalb umgesetzt worden, weil mein großes Kind unbedingt SEHEN wollte, wie die Geschenke unterm Baum landen!! *schlapplach*
      An den Weihnachtsmann glaubt er natürlich schon lange nicht mehr aber wir haben es bisher immer hinbekommen, diesen unbeobachteten Moment abzupassen. Er kündigte an, den ganzen Tag am 24ten im Wohnzimmer verharren zu wollen, also waren die Geschenke seltsamerweise morgens einfach schon da! Ich lasse mir doch nicht von so einem Halbwüchsigen vorschreiben, wie lange ich ihn verarschen darf, oder?? :-)))
      Es war so schön!! <3
      GLG!!

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    2. Jetzt erinnere ich mich an was und muss so lachen :D
      Meine Eltern haben früher immer meine Geburtstagsgeschenke bei mir im Zimmer auf dem Tisch platziert... nachts! Und jedes Jahr habe ich krampfhaft versucht wach zu bleiben um zu gucken wie sie die Päckchen da hin legen (und vielleicht heimlich schon mal eins aufzumachen *lach*). Es hat nie geklappt :D War aber trotzdem toll <3

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  3. Hach Herz, Du weißt schon <3
    Hier war es ja auch so... Wenn auch aufgrund der Tradition die Bescherung erst abends stattfand und ich noch immer keinen Schlafi besitze. Entspannt ist wirklich geiler. Die Plätzchen haben wir nach Heiligabend gebacken und somit vermieden, das irgendjemand sich bereits zuvor daran sattgefressen, öhm gegessen hatte. Außerdem fand alles in einer Seelenruhe statt und die kann ich persönlich an den Feiertagen ja nicht ab. Diesmal ging das, weil die Aufgaben strukturiert verteilt waren. Mittags gingen die drei dann zusammen in die Kirche und Frank Sinatra, Michael Bublé und ich halfen dem Christkind beim schmücken des Baumes. Dieses Jahr möchte ich allerdings bitte noch mit in die Kirche. Deal?

    <3 <3 <3

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    1. OK, Schlafi steht auf der offiziellen Liste der Dinge, die genau für sowas dringendst realisiert werden müssen - Du könntest aber auch was filzen, ich gehe mal eben Beine rasieren... *.*
      Um einen Sitzplatz in der Kirche zu bekommen, müßtest Du dann bitte so um 15:30 hier sein, dann läuft das! <3 <3 <3

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  4. Das mit dem Schlafi klingt super! Das haben wir am 1. Feiertag so gemacht - voll entspannend! Und das mit der morgentlichen Bescherung find ich auch nicht schlecht, nicht zuletzt weil weil Du deinen Großen doch noch ausgetrickst hast =D
    Aber insgesamt ist es doch einfach klasse, wenn ihr alles schön locker durchziehen konntet, das finde ich auch am wichtigsten! Denn was hat man den von den ganzen Feierlichkeiten, wenn sie in Streß ausarten und all der Spaß dabei flöten geht?! Auf ein allseits lockeres Jahr 2016 :)
    Gruß scrapkat

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    1. So sieht es aus! Man macht sich für so viele Dinge im Leben total verrückt und investiert zu viel Zeit in Nebensächlichkeiten. Aber das wird hier jetzt anders. Ha! :-)
      GLG!!

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  5. Auch ne witzige Idee, schon morgens im Schlafanzug die Bescherung zu machen. Schlage ich mal im Familienrat vor,... wenn es dann wieder auf Dezember zu geht.
    Du hast so vieles, was ich denke, so schön gesagt - bravo! Bitte weiter so.
    Und den Atrag für den 48h-Tag suche ich ja schon lange... ;-)
    In diesem Sinne an alle ein frohes neues Jahr!
    Steffie

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    1. Wie gesagt - ich kann mir hier ja nicht vom Sproß die Zügel aus der Hand nehmen lassen, oder?? :-)))
      GLG!! <3

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  6. Ich möchte auch einen 26 Std Tag Gutschein bitte - eine ganze Fuhre davon ... Und das obwohl Weihnachten trotz Besuch entspannter war als letztes Jahr . Wir haben immer Besuch , jedes Jahr ... Aber mit Internetstecker ziehen ist gar keine doofe Idee . Danke ! LG Anita

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    1. Ach, Besuch kriegen finde ich ja in Ordnung. Bei uns darf immer gerne jeder kommen der mag - ich fange nicht mehr an zu putzen, wenn dazu grad keine Zeit ist. Auch feiertags, so einfach ist das. (Hm... Besucher Schlafanzüge an der Tür? *grübel*)
      Aber ich habe keine Lust mehr hin- und herzuhetzen, die Kinder sollen fein ausstaffiert sein und haben scheiß Laune, was von den Erwachsenen mit dem Du-erziehst-Deine-Kinder-nicht-Blick geächtet wird und dreimal muß man Braten essen und kann so viele Backpflaumen überhaupt nicht hinterher schlucken um das zu neutralisieren... :-D
      Stecker raus, Füße hoch - getestet und für gut befunden.
      GLG!!

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  7. Hallo Mel,
    Du hast es echt auf den Kopf getroffen...ich hatte das Gefühl, dass mir die ganzen Adventskalender eher die Lusr und Kreativität nehmen, statt Inspiration zu sein. Und dabei komme ich aus dem Weihnachtsland und mag es eigentlich auch. Naja, dafür ist bei mir die Beleuchtung bis 2. Februar im Fenster...macht man bei uns so und die städtischen Nachbarn haben was zu gackern, ist doch auch fein.
    Egoistischerweise habe ich deine Posts ja vermisst, aber ich gönne dir deine Medienfreie Zeit-nur nicht zu oft*grins*

    Liebe Grüße, Christin

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