Samstag, 3. Dezember 2016

Leopold. (Filztiere mit Behinderung)




Hatte ich Euch schon von Leopold erzählt?




Der Bruder meiner Großmutter hieß so.
Allerdings hatte der mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit 
kein Leopardenmuster.
(Ich habe ihn bis zum letzten Atemzug mitgepflegt,
 ich hätte es gesehen. Früher starb man ja noch zuhause.)

Er war bloß gehörlos. 

Früher nannte 
man Gehörlose oft taubstumm, 
was allerdings als abwertend empfunden 
und mit der Bezeichnung Gehörlosigkeit 
aufgewertet wurde, indem man den Gehörlosen 
das Gebärden lehrte.

Es gab diese wundervolle Aussage:
"Wenn Du gebärdest, denken hörende Menschen, 
Du seiest taubstumm. Du hast gelernt zu sprechen, 
also bist Du nur gehörlos."

Bei uns zuhause war das jedenfalls wunderbar 
und ich habe bis heute noch Spaß am gebärden.





Auch die Schwester meiner Großmutter war gehörlos. 
Für mich als Kind war es ganz normal, damit aufzuwachsen.
Wenn es bei uns an der Haustür klingelte, 
blinkte ein Licht im Flur.
Es gab keine laute Musik und der Fernseher 
war auf stumm geschaltet.

Fast genau so läuft das heute hier auch noch.
Vielleicht sind auch aus diesem Grund einige 
meiner Sinne etwas ausgeprägter?



Ich finde jedenfalls, 
auf die Dauer gesehen... 

...sollte es mehr Filztiere
 mit Behinderung geben.





Einverstanden?


1 Kommentar:

  1. Traut sicher keiner?
    Her mit den Behindis! (Ich weiß schließlich, daß die toll sind <3 )

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