Dienstag, 27. September 2016

Bacillus cereus.



Wer einen Teenager beherbergt, der beruflich im medizinischen 
Bereich tätig ist, der bekommt sämtliche Fakten 
der Medien nochmals wiederholt auf's 
Brot geschniert.

Gestern Abend gab es bei uns Bacillus cereus.

Als Mutter wurde mir die Aufgabe übertragen, 
den Kindern den Boden der Tatsachen unter die Füsse 
zu schieben und trotzdem liebevoll zu bleiben.

Ich sag es jetzt mal so...

Liebe Restaurantbesucher/innen der mongolischen Buffetketten, 
liebe Reisesser/innen, liebe überhaupt irgendetwas Zusichnehmer/innen!

Dieser lustige Keim wird niemanden töten. 
Es fühlt sich höchstens kurzfristig so an. 
(*an dieser Stelle könnte ich Werbung für die neue 
Serie auf Pro7 ergänzen, Containment.)

Bacillus cereus-Sporen findet man gerne in Reis 
und daher in großen Mengen in Reiskochern der Restaurants, 
da sich dieser lebensmittelvergiftende Keim 
nicht durch Erhitzen auslöschen lässt. 
Im Gegenteil.

Die kleinen Dinger fühlen sich beim Warmhalten 
pudelwohl und vermehren sich wie blöd.
Warmhalten, kuscheln, hey es ist Herbst.
Man muss auch gönnen können.
Ich verstehe das.

Damit werden wir eigentlich täglich konfrontiert. 
Merkt oder rafft bloß keiner.

Es muss ja nicht immer gleich etwas Böses dahinterstecken, 
aber was viele zum Beispiel unterschätzen, 
ist das Unterbrechen der Kühlkette.

Nehmen wir einfach Hackfleisch.

Ich nehme mir also ein Päckchen aus der Frischfleisch-Abteilung, 
achte auf ein möglichst langes MHD (ich bin ja nicht blöd), 
lege es in meinen Einkaufswagen und bummele noch ein Weilchen 
in der NonFood-Abteilung herum. 
Im Anschluss fahre ich den Einkauf nach Hause. 
Bei strahlendem Sonnenschein verzichte ich auf's Kochen, 
wähle alternativ den Biergarten und verschiebe die Bolognese 
auf den Folgetag. 

*möööööööööööp*

Am nächsten Mittag öffne ich das Hackfleisch und es strömt 
mir ein nicht so prickelnder Geruch entgegen. 
Hm. Und das, wo das MHD noch weitere 3 Tage 
zulassen würde?

Die Erklärung hierzu ist ganz einfach.

Im Discounter hatte ich bereits die Kühlkette unterbrochen.

Verhindert hätte ich diesen Kühlschrankporno, 
indem ich die Bolognese zuhause angekommen 
direkt zubereitet hätte.
Zumindest am selben Tag.
Salmonellen und Listerien lieben es nämlich, 
wenn das Licht im Kühlschrank ausgeht.

Also, einkaufen mit Kühltasche macht Sinn.
Ein tolles Schnittmuster findet Ihr hier nicht.
Ich könnte allerdings mal eins entwerfen.

Ich kenne eine Menge Menschen, die sich wiederholt Dinge 
durch den Kopf gehen lassen mussten, nur weil sie die Kühlkette 
unterbrachen und sich dessen nicht bewusst waren. 

Aber, erneut durch den Kopf gehen lassen 
bedeutet nicht das Ende der Welt Milch.

Alles wird gut.

Schlückchen Milch?
Alternativ wären noch Streptokokken und 
Influenzaner zu verschenken.

Einfach Bescheid sagen.

















Kommentare:

  1. Na das macht doch gleich appetit auf mehr ;) Und spannend und lehrreich ist das doch auch noch, was Du da so dank deinem Tochterkind so mit uns teilst ;)
    Gruß scrapkat

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    1. Du meinst, das Tochterkind sollte das Posting lesen? :D ;-) <3

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  2. Is' eh besser, man zutscht die Milch gleich direkt aus dem Euter!!! Aber wer hat schon 'ne Kuh zu Hause stehen??
    Grüßle Gundi

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  3. Schon klar, wer jetzt etwa elfmal auf das pinke *hier* gedrückt hat, näch?
    <3

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  4. Huch? Haben euch die Bazillen etwa gefressen? Ich hoffe, inzwischen ist die allgemeine Rundumgenesung längst ausgebrochen und hat alle gründlich angesteckt!

    Liebe Grüße
    Maike

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  5. Ein Schnittmuster für eine Tasche wie eine Kühltasche habe ich auf einer Messe letztens gesehen, fand ich stark! Über einem Faltdisplay das ganze präsentiert, super!

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